Kazinski, A.J.: Die Auserwählten
Originaltitel: Den sidste gode mand
Random House, 2011.
Sprecher: David Nathan (Hörprobe bei Audible)
Dauer: 15:31 (ungekürzt), 07:47 (gekürzt)
Preis: 24,95 EUR (ungekürzt, Download) / 13,95 EUR (gekürzt, Download) / 19,99 EUR (gekürzt, CD)
Auf der ganzen Welt sterben Menschen, auf dem Rücken ein seltsames Mal, ähnlich einer Tätowierung. In Italien versucht Commissario Di Barbara, der Sache auf den Grund zu gehen. Weil seine Vorgesetzten alles andere als begeistert sind, ist er froh, Hilfe von unbekannter Seite zu bekommen: Kommissar Niels Bentzon aus Dänemark beginnt ebenfalls, zu ermitteln – und dank der Unterstützung von Wissenschaftlerin Hannah Lund lösen die beiden da Rätsel, dass weit über jede normale Vorstellungen hinausgeht. Und Niels und Hannah müssen feststellen, dass nur weil man die Lösung kennt, noch lang keine Rettung in Sicht ist…
Der Mix aus Wissenschaft und Mystik ist spätestens seit Dan Brown in, wenn auch die Welle seither wieder etwas abgeflaut ist. Hinter A.J. Kazinszki steckt ein Autorenduo, das sich diesem Genre von einer scheinbar unverbrauchten Seite nähert. Aber man glaubt es nicht, auch wenn nicht die katholisch-christliche Mythologie als Vorlage für den Thriller dient – die verwertete Idee gab’s trotzdem schon mal (Sam Bourne: Die Gerechten). Die Auserwählten wartet mit einem bunten Reigen an Charakteren auf, von denen der Fokus auf Di Barbara, Bentzon und Lund liegt. Alle haben auch privat ihr Päckchen Schicksal zu tragen, allerdings verlaufen diese Fäden oft ins Leere und man ärgert sich ein wenig, dass Thematiken (wie etwa Niels Ehe) plötzlich keine Rolle mehr spielen. Bei den Handlungssträngen werden falsche Fährten gelegt, damit trotz Wissen um den Hintergrund des Rätsels bis zum Ende des Thrillers die wichtigen Fragen offen bleiben: Wer begeht die Morde, und warum? Schwierig: Zu schnell weiß man, um was es geht, und muss dann mit abwegigen Handlungsverläufen bei der Stange gehalten werden (mit Gähn-Längen). Von den Charakteren ist mir nur der Italiener ans Herz gewachsen, die beiden Dänen Niels Bentzon und Hannah Lund fand ich nach einer Weile einfach nur anstrengend. Die Auflösung enttäuscht mich: Die gelieferten Erklärungen stellen einfach nicht zufrieden – sondern sind im Gegenteil unglaubwürdig und voller Logiklöcher.
PS: Für wen? Fans von Mystik-Thrillern können mal reinschnuppern, werden allerdings mit etwas weniger Verschwörung als bei Dan Brown bedient.